Gesundheit & Ernährung

Weltkriegs – Gift bedroht Halterner Stausee

Gift im Wasser - Erfahren Sie wie sie sich schützenEin Gift – Mix verseucht das Grundwasser unter Haltern-Sythen. Als ob das allein nicht schon beunruhigend genug wäre. Jetzt ist auch der Halterner Stausee bedroht, aus dem fast eine Million Menschen im Ruhrgebiet und Münsterland ihr Trinkwasser beziehen. Ein Desaster für den örtlichen Wasserschutz.

Woher kommt das Gift?

Das wusste man über lange Zeit nicht so genau. Sicher schien nur, dass es mit ehemaligen Sprengstofffabrik WASAG zu tun hat, die sich in der Nähe des Stausees befindet. Dort wurden während der beiden Weltkriege bedenkenlos Chemikalien wie Trinitrotoluol (TNT) und Nitrobenzole im Boden versickern. Diese sind hochgiftig und krebserregend. Von den Auswirkungen auf die Umwelt und Gesundheit ahnte man damals nichts. Erst durch Nachforschungen der Umweltbehörde konnte das Sprengstoffreservoir ausfindig gemacht werden. Diese sichtete Dokumente und Luftbilder der Alliierten. Daraufhin fand man in einem unterirdischen Rohrsystem drei Tonnen TNT. Über die Jahre löste sich der Sprengstoff auf, floss durch Sickerbecken und gelangte so tief in die Erde. Inzwischen ist eine Spezialfirma mit der Entsorgung des TNTs betraut. Dies verhindert, dass kein weiteres TNT in das Grundwasser gelangt. Es ist allerdings keine Lösung für dasjenige, das bereits dort ist. Grundsätzlich sei es möglich, das TNT mittels Ozon Gas zu „zerlegen“. Auf dem WASAG Gelände wurde dies bereits erfolgreich getestet. Allerdings sei das flächendeckend zu teuer. Schließlich befände sich das Gift teilweise 100 Meter tief unter dicken Sandschichten, so Kreissprecher Jochem Manz.

Anwohner dürfen Grundwasser nicht zum Gießen nutzen

Das Kreisumweltamt in Haltern-Sythen verbot bereits 1999 die Nutzung des Grundwassers als Trinkwasser. 2010 wurde in Sythen dann eine Verbotszone errichtet. Bewohnern innerhalb dieser Zone ist es untersagt, das Grundwasser zum Fotolia_35133828_XSgießen ihres Gartens zu verwenden. 2013 wurde die Verbotszone erweitert. Auch das bot keinen ausreichenden Schutz. Deshalb erfolgte vor kurzem die nächste Erweiterung. Inzwischen ist die Verbotszone nur mehr 825 Meter vom Nordufer des Halterner Stausees entfernt. Die Unsicherheit in der Bevölkerung ist groß. Schließlich dient eben dieser See ca. einer Million Menschen als Trinkwasserreservoir.

Was können die Menschen in der Region tun?

Den Menschen bleibt soweit nichts anderes als abzuwarten. Mit jedem Meter, die sich die giftige Brühe unterirdisch weiterbewegt, wird wohl auch die Verbotszone erweitert. Eine halbwegs beruhigende Nachricht gibt es doch noch. Nach Einschätzung der Umweltbehörde wird das Gift erst in den nächsten 40 – 50 Jahren den Halterner Stausee erreichen. Das liegt daran, dass sich die unterirdische Giftbrühe nur ca. 30 Meter pro Jahr weiterbewegt. Kurzfristig bleibt den Menschen innerhalb der Zone nur, das Verbot zu beachten. Langfristig wird man aber wohl nicht um die Reinigung mittels Ozon Gas herumkommen oder man nimmt bewusst in Kauf, dass das Gift in den Halterner See eindringt und somit ein Trinkwasserreservoir für Millionen Menschen verloren geht.

banner-kontakt-bleiben-04

Teilen mit:
  • 3
    Shares

Ein Gedanke zu „Weltkriegs – Gift bedroht Halterner Stausee

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.