Hartes Wasser

Wie funktioniert Wasserenthärtung?

Golden QuestionIn den letzten Wochen erreichten unsere Redaktion immer wieder Fragen zum Thema Wasserenthärtung. In diesem Artikel klären wir Euch darüber auf was man unter Wasserenthärtung versteht und wie diese genau funktioniert.

 

Was ist hartes Wasser?

Hartes Wasser weist einen hohen Anteil an Kalk und Magnesium auf. Die Wasserhärte ist von der jeweiligen Region abhängig und entsteht beim Durchtritt von Wasser durch Böden und Gesteinsschichten. Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz teilt die Wasserhärte in drei Grade ein:

  • Härtebereich weich = weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (entspricht 8,4 °dH)
  • Härtebereich mittel = 1,5 bis 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (entspricht 8,4 bis 14 °dH)
  • Härtebereich hart = mehr als 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (entspricht mehr als 14 °dH)

Das Kürzel °dH steht für Grad deutsche Härte. Die meisten Haushalte in Deutschland verfügen über hartes Wasser, also Wasser mit einem Wert über 14 °dH.

 

Wie funktioniert Wasserenthärtung?

Wasserenthärtung kann mithilfe von mehreren Verfahren erreicht werden. Im Folgenden erklären wir Euch die beiden meistverwendeten:

Energy concept. Light bulb with water and splash isolated on white

Einerseits kann Wasserenthärtung mithilfe eines sogenannten Ionenaustauschers erfolgen. Dieser besteht aus Kunstharz auf Polystyrolbasis. Der Stoff kommt auch in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz. In einer Wasserenthärtungsanlage fließt das normale Hauswasser über den Ionenaustauscher. Kalk und Magnesium dringen in das Harz ein und werden dort gebunden. Der Rest des Wassers nimmt seinen gewohnten Weg über Wasserleitungen und Boiler bis zum Wasserhahn. Dorthin gelangt nur weiches Wasser, also Wasser mit sehr niedrigem oder keinem Kalkanteil. Nun ist es allerdings so, dass das Harz im Ionenaustauscher nur eine begrenzte Menge an Kalk aufnehmen kann bis dessen Kapazität erschöpft ist. Wenn das der Fall ist, dann muss der gebundene Kalk aus dem Harz des Ionenaustauschers gelöst werden. Dies geschieht mithilfe von Salz. Gute Wasserenthärter machen das automatisch. Dazu fließt Salzwasser durch den Ionenaustauscher, was zur weiteren Folge hat, dass sich der vorher gebundene Kalk nun aus dem Harz lösen kann. Das entstehende Gemisch aus Wasser, Salz und Kalk fließt anschließend ins Abwasser. Dieser Vorgang erfolgt je nach Wasserverbrauch und Typ Eures Wasserenthärters ca. einmal pro Woche. Anschließen ist das Harz im Ionenaustauscher regeneriert, das heißt erneut dazu bereit Kalk zu binden.

 

 

Das zweite Verfahren erfolgt mithilfe der Umkerhrosmosetechnologie. Fotolia_60313613_deutschHierbei kommt eine Osmosemembran zum Einsatz, deren Oberfläche mikroskopisch kleine Löcher aufweist. Diese Löcher wurden mittels Laserstrahlen in die Polymer-Folie der Membran gestanzt bzw. gebrannt. Das spezielle an diesen Löchern ist, dass nur reine Wassermoleküle durch sie hindurchdringen können. Kalkpartikel aber auch Medikamentenrückstände, Schwermetalle, Bakterien, Chlorverbindungen, Pestizide u.v.m. sind wesentlich größer und somit nicht in der Lage, die Membran zu passieren. Auch in diesem Fall werden sie über das Abwasser entsorgt. Das Wasser, das es allerdings durch die Membran geschafft hat, ist frei von all diesen Stoffen.

 

Für welches der beiden Verfahren zu Wasserenthärtung solltet Ihr Euch entscheiden?

Die Antwort auf diese Frage ist abhängig von Euren Bedürfnissen. Steht die gesunde Ernährung für Euch im Vordergrund, solltet Ihr Euch ganz klar für das Osmoseverfahren entscheiden. Nur so könnt Ihr sicher sein, dass Euer Wasser zu 100% frei von schädlichen Stoffen ist. Allerdings sind Osmoseanlagen immer nur an einen Wasserhahn gekoppelt. Sie sind wegen Ihrer Bauweise nicht dafür gedacht am Hauswasseranschluss installiert zu werden, da sich die Durchflussgeschwindigkeit Eures Wassers, je nach Anlage, leicht bis erheblich reduziert.

Für diejenigen, welche die Vorteile des kalkfreien Wassers im ganzen Haus genießen wollen, da sich dadurch Heizkosten sparen lassen und der Einsatz von Shampoo, Wasch- und Spülmittel erheblich reduziert wird, wäre es ratsam sich für eine Wasserenthärtungsanlage zu entscheiden. Sie wird ganz einfach am Hauptwasseranschluss installiert. Zudem könnt Ihr bei guten Anlagen die Wasserhärte manuell einstellen und somit Euren Bedürfnissen anpassen.
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5 Gedanken zu „Wie funktioniert Wasserenthärtung?

  1. Hallo,
    Ich gehe einig damit, dass der Einsatz von Shampoo, Wasch- und Spülmittel reduziert wird – weshalb sollten jedoch Heizkosten gespart werden mit einer Enthärtungsanlage?

    1. Hallo Curtis M. West,
      schön, dass sie fragen. Hartes Wasser sorgt dafür, dass sich Kalk in Ihrem Heizkessel und Ihren Hauswasserrohren absetzt. Man hat herausgefunden, dass schon geringe Kalkablagerungen von nur zwei Millimeter dazu führen, dass Ihre Heizkosten um 20 % ansteigen. Hierzu möchte ich Ihnen gerne auch unseren Artikel „Kalkfreies Wasser – Vorteile und Nachteile“ empfehlen.
      Mit besten Grüßen
      Axel

  2. Meine Frage ist: gelangt das Salz zur Reinigung auch in meinTrinkwasser? Weil zu viel Natrium ist ja auch nicht gesund, grade bei Bluthochdruckpatienten wie mir… danke für eine Antwort, janine

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